Angeborene Fehl- und Mißbildungen
Reflux-Nephropathie

 

Die Behandlung solcher Erkrankungen beginnt meist bereits im Kindesalter und ist oft langwierig.

Bei der Refluxnephropathie kommt es entweder 

- durch eine Undichtigkeit der Einmündung des Harnleiters in die Blase oder 
- durch eine Engstelle des Harnleiters 

zu einem Zurückfließen des Urins aus der Blase in Richtung Niere. Dadurch werden Harnleiter und Nierenbecken oft ballonartig aufgedehnt. 

Nach den aktuellen Forschungsergebnissen kristallisiert sich aber heraus, daß die Hauptschädigung der Nieren gar nicht so sehr durch den Druck des Urins erfolgt. Vielmehr kommt es durch die häufig auftretenden aufsteigende Harnwegsinfekte zu Narben im Nierengewebe und dadurch zu einer verminderten Leistung.

Dem entsprechend ist man heutzutage auch zunehmend vorsichtiger mit der Operation eines solchen Reflux. Zudem hat sich auch gezeigt, dass in vielen Fällen der Reflux mit dem Alter von selbst zurückgeht und im Erwachsenenalter oft auch ohne Operation nicht mehr nachweisbar ist.

Viel wichtiger ist es aber, dass jeder Infekt frühzeitig erkannt und ausreichend lange und intensiv behandelt wird. Genaueres können Sie in unserem Kapitel über Infektionen der ableitenden Harnwege (Nierenbecken und Blase) nachlesen. Damit lässt sich die Rate der Nierenschädigungen erheblich reduzieren.

(c) Prof. Dr. Mann und Dr. med. Martin Pachmann

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