Fragen zu: Blutwäsche (Hämodialyse)
Fragen
zum Dialyseshunt (Gefäßzugang)
In welchen Fällen muss
mit Single-Nadel dialysiert werden?
Wie hoch ist die
Effektivität der Dialyse mit nur einer Nadel gegenüber der normalen
Dialyse mit zwei Nadeln?
Immer dann, wenn man
aus Gründen des Shunts nur eine Nadel platzieren kann, muss man eben im
single-needle-Verfahren dialysieren. Andere Gründe sind z.B. wenn man nur
einen einlumigen Vorhof-Katheter oder Shaldon-Katheter zur Verfügung hat.
In der Regel ist die
Dialyseeffektivität deutlich reduziert, weil der effektive Fluß eben
wesentlich geringer ist.
Um einen ungefähren
Vergleich zu haben: Bei einem gut laufenden Shunt kann man
Pumpengeschwindigkeiten um 300ml/min erreichen. Selbst bei einem sehr gut
laufenden einlumigen Vorhofkatheter, bei dem eine Pumpengeschwindigkeit
von 500ml/min möglich ist, liegt der effektive Fluß maximal bei ca.
180-200ml/min.
Es
ist immer die Rede von der Gefahr sich Infektionen bei einer Dialyse zu
holen. Um welche Infektionen handelt es sich?
Dialysepatienten sind
durch das Organversagen generell deutlich stärker durch Infektionen gefährdet.
Auch liegen meist Begleiterkrankungen (z.B. Diabetes) vor, die auch an
sich zu einer höheren Infektneigung führen. Dies ist in großen
Statistiken belegt.
Infektionen durch die
Dialyse sind jedoch äußerst selten. Man verwendet ja für jeden
Dialysepatienten ein eigenes Blutschlauchsystem und einen eigenen
Dialysator.
Berücksichtigen muss
man allerdings die Infektionen, die nur wegen der Dialysepflicht
auftreten, also z.B. Infektionen des Dialyseshunts oder des Katheters zur
Dialyse (Shaldon). Diese Infektionen sind jedoch unvermeidlich.
Was hat die
Niereninsuffizienz und auch die Dialyse mit der Regulation der Körpertemperatur
/ des Temperaturempfindens zu tun und warum ist das Immunsystem bei
Dialysepatienten geschwächt? Diese Fragen sind mir sehr wichtig und im
Internet findet man keine Antworten dazu.
Die Körpertemperatur
wird durch verschiedene Mechanismen gesteuert, in der Regel werden diese
Mechanismen durch die Niereninsuffizienz nicht beeinträchtigt. Bei der
Dialyse wird jedoch das ganze Blut des Körpers (natürlich immer nur in
kleinen Portionen) mehrfach durch die Dialysemaschine gepumpt, und würde
sich ohne Temperaturregulation in der Maschine stark abkühlen.
Man hat aber die
Erfahrung gemacht, dass es leichter zu Blutdruckproblemen kommt, wenn man
das dialysierte Blut mit 37° in den Körper zurückgibt. Daher wird an
der Dialysemaschine oft das Blut etwas kälter als die normale Körpertemperatur,
nämlich mit 36 oder 36,5°, zurückgegebn.
Das Immunsystem
hingegen ist in erster Linie durch die Niereninsuffizienz geschwächt. Die
Mechanismen sind unterschiedlich: Einerseits können bei großem Eiweißverlust
über die Niere, wie er oft bei niereninsuffizienten Patienten vorliegt,
auch Abwehrstoffe mit verloren gehen. Zudem bedeutet der Ausfall eines
Organes einen erheblichen Streß für den Körper, der auch schwächend
auf das Immunsystem wirkt. Dann sind auch noch die Giftstoffe, die von
gesunden Nieren aus dem Körper entfernt würden, auch für das
Immunsystem schädlich. Als weitere Quelle der Infektionsneigung zählt
bei vielen Dialysepatienten auch, dass sie häufig mit Flüssigkeit überladen
sind. Dies führt insbesondere in der Lunge zu einer Neigung zu Lungenentzündungen.
Es gibt auch noch weitere Faktoren, die die Immunabwehr schwächen, die
ich hier jedoch nicht alle aufzählen kann.
Infektionen durch die
Dialyse selbst, z.B. im Shunt, sind jedoch eher selten.
Was ist mit
Schwangerschaft unter der hemodialyse ??
Generell kommt es unter
Hämodialyse nur selten zu Schwangerschaften, aber es wird immer wieder
von erfolgreichen Schwangerschaften berichtet. Dann ist eine enge
Begleitung durch Frauenarzt und Nephrologen (Zusatzausbildung zum
Internisten mit Fachgebiet Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen) wichtig.
Zudem sollte unbedingt ausreichend dialysiert werden und Medikamente so
umgestellt werden, dass einerseits die Komplikationen der
Niereninsuffizienz möglichst gut behandelt werden, aber keine Gefahr für
das ungeborene Leben besteht.
Hallo, mich
interessiert,ob der Serumkreatininspiegel durch die Dialyse (bzw durch die
Daue der Dialyse) obligatorisch gesenkt wird, oder ob andere Faktoren noch
eine Rolle spielen.
Creatinin ist ein
kleines Molekül, das die Membran des Dialysators leicht passiert, daher
wird der Creatininspiegel obligatorisch gesenkt. Welcher Spiegel dann
unter der Dialyse tatsächlich kontinuierlich besteht, ist aber von
Patient zu Patient stark verschieden und liegt an der Höhe des
Muskelstoffwechsels. Insofern kann unter der Dialyse sowohl ein
Creatininspiegel von 13mg/dl als auch einer von 1,5mg/dl bestehen, ohne
dass dadurch eine Aussage über die Qualität oder Effektivität der
Dialyse möglich ist.
Frage:
Hallo ich wüsste gerne
ab was für einen Kreawert eine sehr große Einschränkung da ist.
Ab etwa 60%
Nierenrestfunktion muss mit begleitenden Komplikationen und Störungen
gerechnet werden. Dies kann bei einem muskleschwachen älteren Menschen
bereits bei einem Creatininwert von ca. 2mg/dl erreicht sein, bei einem
jungen, sonst gesunden Menschen mit viel Muskelmasse jedoch erst bei über
5mg/dl vorliegen.
Mit der Dialyse muß ab
etwa 15-10% Nierenrestfunktion begonnen werden, in Einzelfällen oder bei
besonderen begleitenden Beschwerden auch schon früher.
Frage:
Ich habe Zystennieren
und aktuell eine Niereninsuffizienz im Stadium der kompensierten
Retention, Serum-Kreatinin 3,9 mg/dl, Kreatininclearence 19 ml/min. Welche
Werte sind normal ? Bei welchen Werten entsteht Dialysepflicht ?
Die Normalwerte für
Kreatinin sind abhängig von Alter und Körpermasse. Die
Kreatininclearance liegt beim gesunden Menschen normalerweise über
100ml/min.
Absolute Grenzwerte für
die Dialysepflicht gibt es nicht, die Beurteilung, ob eine Dialysepflicht
besteht, muss für jeden Patienten individuell vom betreuenden Nephrologen
(Zusatzausbildung zum Internisten mit Fachgebiet Nieren- und
Bluthochdruckerkrankungen) gestellt werden. Fast immer muss man aber bei
einem Abfall der Crea-Clearance von unter 15-10ml/min von einer
Dialysepflichtigkeit ausgehen. Für die Beurteilung ihres Falles sollten
Sie sich aber bitte an Ihren betreuenden Arzt wenden.
Frage:
Bei meinem Großvater
hat man festgestellt, daß seine Nieren nur noch zu 17% funktionieren und
sein Herz zu 30%. Er soll nun drei mal wöchentlich zur Dialyse.
Allerdings soll die Dialyse erst in etwa drei Monaten begonnen werden.
Wenn die Nierenfunktion fast bei Null liegt, warum warten man dann noch so
lange, bis man mit der Dialyse beginnt, ist das Risiko eines kompletten
Nierenversagens nicht viel zu groß dabei, bzw. kann es nicht passieren,
daß der Körper bis dahin vergiftet?
Sie schreiben ja
selbst, dass die Nierenfunktion bei 17% liegt und nicht bei null, daher
ist es wahrscheinlich vertretbar, einen baldigen Dialysebeginn
anzustreben, dies aber nicht sofort durchzuführen. Ich bin sicher, dass
Ihre genannte Befürchtung unbegründet ist; auch bei uns ist es nicht
selten, dass bei einer Nierenfunktion, die an der Grenze zur
Dialysepflichtigkeit liegt, und die sich aller Wahrscheinlichkeit nach nur
sehr langsam verschlechtern wird, ein Dialysebeginn im Zeitrahmen von
mehreren Wochen bis einigen Monaten angestrebt wird. Allerdings halten wir
eine engmaschige Überwachung des Patienten in dieser Zeit für sehr
wichtig. Sicher ist für die medizinische Überwachung auch bei Ihrem Großvater
gesorgt, so dass Ihre Befürchtungen nicht ganz so groß sein müssen.
Frage:
Ich bin 64 Jahre Alt
und leide unter Niereninsuffiezens, Zur Zeit habe ich eine
Nierenbeckenentzündung und mein behandelnder Arzt sagte mir, dass ich
nach einer Nierenbeckenentzündung wahrscheinlich an die Dialyse müsste
Wenn die
Niereninsuffizienz bereits weit fortgeschritten ist, und nur noch wenig
fehlt, um dialysepflichtig zu werden, kann ein einfacher Harnwegsinfekt,
der sonst nicht schlimm wäre, bedeuten, dass nun Dialyse begonnen werden
muss.
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Sie noch Fragen?
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